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„Gewerkschaften und SPD müssen endlich die Blockade gegen flexiblere Wochenarbeitszeit aufgeben“

Zum Tag der Arbeit: Mehr Flexibilität für die Arbeitszeit!

„Deutschlands Industrie steht angesichts explodierender Energiepreise, kaum abgebauter Bürokratie und international hoher Arbeitskosten unter großem Druck. Wenigstens die zugesagte flexiblere Verteilung der Wochenarbeitszeit nach europäischem Vorbild sollte die Bundesregierung nun umgehend voranbringen. Der Widerstand von Teilen der SPD und der Gewerkschaften passt nicht in eine Zeit, in der Unternehmen global über unterschiedliche Zeitzonen hinweg agieren müssen und auch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich wünschen, Arbeitszeit nach ihren Bedürfnissen innerhalb einer Woche verschieben zu können, ohne dadurch die Gesamtarbeitszeit zu verändern“, sagt Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer NORDMETALL, zum Tag der Arbeit am 1. Mai 2026.

Die amtierende Bundesregierung hat es in ihrem Koalitionsvertrag klar formuliert (S.557 ff.): „Die Arbeitswelt ist im Wandel. Beschäftigte und Unternehmen wünschen sich mehr Flexibilität. Deshalb wollen wir im Einklang mit der europäischen Arbeitszeitrichtlinie die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit schaffen – auch und gerade im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zur konkreten Ausgestaltung werden wir einen Dialog mit den Sozialpartnern durchführen.“

Der Sozialpartnerdialog dazu hat im vergangenen Jahr leider zu keinem Ergebnis geführt, bedauert Dr. Fickinger. „Das darf für die Bundesregierung – und besonders die Bundesarbeitsministerin – aber kein Vorwand für Untätigkeit sein. Vielmehr muss es nach europäischem Vorbild endlich möglich werden, nach einer flexiblen Wochenarbeitszeit zu arbeiten. Das fördert die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sowie die Work-Life-Balance gleichermaßen. Das wird entgegen allen anderen Behauptungen weder zu höheren Wochenarbeitszeiten führen noch tarifvertragliche Regelungen infrage stellen. Es geht lediglich um das Aufbrechen der starren gesetzlichen Begrenzung auf acht Stunden Arbeit und elf Stunden Ruhezeiten am Tag, die eine praxisferne Sonderbelastung für Betriebe und Beschäftigte darstellen. Dass es anders geht, zeigt die Arbeitszeit von Beamten; diese wird in Deutschland bereits seit Jahrzehnten nach europäischem Vorbild geregelt, was den Betroffenen und ihren Familien, aber auch den staatlichen Arbeitgebern eine größere Flexibilität garantiert. Diese selbstverständliche Flexibilität brauchen wir auch für unsere Industrie“.